Gold im Wert von 4355 US-Dollar, traust du dich, nachzukaufen?
Zuerst die Oberfläche betrachten: Zinserhöhungserwartungen dominieren alles, Bullen werden am Boden gerieben.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt bei 4,97 %, ein Mehrjahreshoch. Der US-Dollar-Index pendelt über 99 seitwärts und fällt einfach nicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist von 67 % auf 85 % gestiegen, der Markt stimmt mit den Füßen ab: Zinsloses Gold halten? Besser US-Staatsanleihen kaufen und Zinsen kassieren. Vom Widerstandsbereich 4480-4510 ging es stetig abwärts, der Abwärtstrend drückt stark, kurzfristig bärisch, widersetze dich nicht dem Trend.
Erstens: Warum ist Gold bei 85 % Zinserhöhungserwartung nicht eingebrochen?
Eigentlich sollte Gold bei steigenden Zinserwartungen fallen. Aber es tat es nicht.
Letzten Freitag kamen die CPI-Daten: Headline-Monatsrate 0,4 %, Jahresrate 3,4 %, Kernrate wie erwartet. Gold fiel zunächst unter 4300, dann – Dip-Käufe zogen es direkt zurück auf 4400.
Privatanleger in Panik „Zinserhöhung, Gold ist am Ende“, Zentralbanken kaufen heimlich Gold, geopolitische Risiken treiben den Ölpreis über 100 US-Dollar, die Inflationserwartungen sind keineswegs tot.
Was heißt „sollte fallen, fällt aber nicht“? Genau das.
Zweitens: Geopolitik + Ölpreis, Golds Trumpf ist noch nicht ausgespielt.
Nahost/US-Iran-Spannungen, Brent-Öl über 100 US-Dollar. Hoher Ölpreis = steigende Inflationserwartungen = ungebrochene Goldnachfrage als Absicherung.
Einerseits drücken Zinserwartungen, andererseits stützen geopolitische Risiken. Gold wird gerade von zwei Kräften hin- und hergerissen.
Aber Sorgen um US-Finanzen und Schuldennachhaltigkeit bleiben, der langfristige Trend der Zentralbankkäufe von Gold ist intakt.
Drittens: Technisch steht Gold an einer Weggabelung, an der eine Entscheidung nötig ist.
Von 5602 auf 4300 gefallen, Rückgang über 20 %. Nach dem großen Abverkauf am 11. September folgte eine Erholung, Tief bei 4292, Schluss bei 4349, Tagesvolatilität über 100 Punkte – typisches Datenmarkt-Waschout.
RSI neutral bis leicht niedrig, kein extremer Oversold. 4-Stunden-Chart zeigt „niedrigere Hochs“, kurzfristig bärisch. Aber um 4300 gibt es mehrfach Kaufinteresse, das ist die letzte Verteidigungslinie der Bullen.
Widerstände oben: 4380-4420 → 4426 → 4480-4500
Unterstützungen unten: 4350 → 4320-4300 (wichtiger Nachfragebereich) → 4280-4295 (stärkerer Nachfragebereich)
Bullen gegen Bären, du entscheidest
Auf der einen Seite:
85 % Zinserhöhungserwartung drückt, reale Zinsen sind hoch
US-Dollar-Index pendelt über 99, keine Schwächezeichen
Mehr als 20 % Rückgang vom ATH, Gewinnmitnahmen laufen noch
4-Stunden-Chart mit niedrigeren Hochs, kurzfristig bärisch
Auf der anderen Seite:
Nach CPI-Abverkauf Dip-Käufe ziehen Gold zurück auf 4400, es fällt nicht wie erwartet
Geopolitische Spannungen + Ölpreis über 100 US-Dollar, Absicherungsnachfrage bleibt
Langfristiger Trend der Zentralbankkäufe von Gold hält an
Mehrfach Kaufinteresse um 4300, Nachfragezone bestätigt
Handelsstrategie
Bärische Sicht:
Bei Rücklauf auf 4380-4420 Widerstand (mit Docht, Ablehnung oder 4H-Schlusskurs im Minus) leicht short gehen, Ziel 4320 → 4300 → 4280, Stopp über 4426. Fällt 4320 und erholt sich nicht, nachziehen.
Bullische Sicht:
Bei Rücksetzer auf 4320-4300 mit klarer Stabilisierung (langer Docht, Volumenanstieg, 1H/4H-Strukturwende) leicht long gehen, Ziel 4380 → 4420, Stopp unter 4280.
Gold ist jetzt wie Bitcoin im März 2020 –
99 % dachten „Der Bullenmarkt ist vorbei“, dann hat die Fed Geld gedruckt und es ging direkt von 4000 auf 69000.
Wenn 4300 gehalten wird, wirst du merken:
Es liegt nicht an Gold, sondern daran, dass du dich vor jedem FOMC hast abschrecken lassen.
Bei 4355, traust du dich, den Boden zu kaufen oder short zu gehen?
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